Einkochen lernen – die Anleitung für Anfänger

Es ist Sommer und im eigenen Garten gibt es mehr als genug Obst und Gemüse. Vor diesem „Problem“ stehen jährlich zahlreiche Hobbygärtner. Zwar kann man einen Teil der Ernte bereits verbrauchen, verschenken oder einfrieren. Etwas unbekannter ist dahingegen das Einkochen. Das Einkochen, oftmals auch als einmachen bezeichnet, ist eine wunderbare Methode, um im Sommer die eigenen Vorratsschränke aufzufüllen. Ich meine, wer möchte nicht in der kalten Jahreszeit nicht ein eingekochtes Kompott oder fermentiertes Gemüse genießen?

Einkochen, einwecken und einmachen – der Weg zur Selbstversorgung

Doch was ist eigentlich einkochen? Einfach erklärt bedeutet einkochen nichts anderes als Lebensmittel in Gläsern durch Hitze haltbar machen.

„Einkochen wird oftmals auch als einmachen oder einwecken bezeichnet“

Dabei ist das Einmachen von Lebensmittel einfach und nahezu überall möglich – kühle und dunkle Keller sind nicht notwendig. Außerdem sind einkochte Lebensmittel sehr lange haltbar und somit der perfekte Vorrat im eigenen Haus.

Für mich ist das Einkochen perfekt, um meine eigene Obst- und Gemüseernte haltbar zu machen. Allerdings musst du nicht selber gärtnern, sondern kannst direkt loslegen. Vor allem die Wochenmärkte sind eine gute Möglichkeit, um sich im Sommer mit frischen und leckeren Obst und Gemüse einzudecken. Vielleicht möchtest du gleich etwas mehr kaufen und das Einkochen lernen. Deck dich im Sommer mit genügend Gemüse und Obst ein, um im Winter regelmäßig frische Gerichte zu genießen und Schluss mit Dosengemüse aus dem Supermarkt zu machen. Auch wenn du heute noch keinen eigenen Garten hast, möchte ich dich dazu ermutigen selbst mit dem Einkochen loszulegen – los geht’s!

Was versteht man eigentlich unter Einkochen?

Wie der Name „Einkochen“ bereits verrät, handelt es sich hierbei um eine Methode, um Lebensmittel haltbar zu machen. Dabei benötigen wir lediglich Gläser, in welche wir unser Obst, Gemüse, Fleisch oder sogar fertige Gerichte einfüllen. Eine wichtige Rolle spielt hierbei die Temperatur, welche dafür sorgt, dass die Lebensmittel haltbar sind. Hier bereits ein erster Hinweis: die Temperatur unterscheidet sich bei den unterschiedlichen Lebensmitteln. Durch das permanente Erhitzen unserer Lebensmittel stoßen wir zudem zwei grundlegende Prozesse an:

  1. Durch das Erhitzen der Luft im Glas dehnt sich diese aus und entweicht. Innerhalb des Glases bildet sich ein Unterdruck – Mikroorganismen können sich nicht mehr ausbreiten.
  2. Außerdem sorgt die Hitze dafür, dass die im Glas vorhandenen Mikroorganismen absterben. Somit können diese die Lebensmittel nicht mehr zersetzen.

Dabei spielen der Deckel und vor allem der intakte Gummi eine entscheidende Rolle. Der Deckel unseres Glases ist wie ein Ventil, welches die Luft zwar aus dem Glas entweichen lässt, jedoch keine frische Luft in das Innere des Glases lässt. Unser nun geschaffenes Vakuum sorgt dafür, dass unsere eingemachten Lebensmittel besonders lange haltbar sind.

Ist das Abfüllen kochender Lebensmittel auch einkochen?

Aus meiner eigenen Erfahrung sowie der Wahrnehmung von Familie und Freunden kann ich sagen, dass viele das Einkochen mit dem Abfüllen von heißen Lebensmitteln verwechseln. Wer schon mal Marmelade selbst gemacht hat weiß, dass diese heiß in die Gläser abgefüllt werden muss. Anschließend werden die Gläser verschlossen. Der hohe Temperaturunterschied schafft auch hier ein Vakuum ­und die Marmelade wird haltbar.

Wer jetzt denkt, dass diese Art des Haltbarmachens immer funktioniert, den muss ich an dieser Stelle leider enttäuschen. Auf diese Art lassen sich nur Lebensmittel haltbar machen, die einen hohen Zucker- und Säuregehalt haben. So ist das Haltbarmachen von Marmelade, die aus zuckrigen und sauren Beeren besteht kein Problem. Auch Tomatenketchup lässt sich auf diese Weise herstellen. Durch den Zucker und die Säure konservieren die Lebensmittel und Mikroorganismen haben keine Chance, um die Lebensmittel anzugreifen.

Nichtsdestotrotz kann man auch diese Lebensmittel im Einkochautomaten erhitzen. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, dass das nicht zwingend notwendig ist. Doch vor allem Neueinsteiger können auf diese Weise auf Nummer sicher gehen. Bei Lebensmitteln ohne ausreichend Säure oder Zucker müssen wir definitiv zum Einkochtopf oder -automaten greifen.

Was brauche ich für das Einmachen von Lebensmitteln?

Wenn du mit dem Einmachen deiner ersten Lebensmittel starten willst, brauchst du eigentlich nur einen großen Topf, ein Thermometer und ein paar Einweckgläser.

Möchtest du professioneller starten, dann empfehle ich dir einen Einkochautomaten – in meinen Tests stelle ich dir die wichtigsten und besten Modelle vor. Zudem solltest du auf hochwertige Einmachgläser und gute Gummis achten.

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WECK WAT15 Einkochautomat

Produkteigenschaften

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Bewährte Qualität

Wie finde ich einen guten Einkochautomaten?

Es gibt zahlreiche Einkochautomaten am Markt. Im Gegensatz zu einem klassischen Kochtopf können sich Einkochautomaten eigenständig aufheizen. Außerdem verfügen die Geräte über eigene Uhren, sodass du dir keine Sorgen über die Zeit machen musst. Planst du das Einkochen von Fleisch, dann lege ich dir den Kauf eines Einkochautomaten ans Herz, denn hier spielen eine konstante Temperatur und die richtige Einkochzeit eine große Rolle.

Dabei gibt es zahlreiche Hersteller – der bekannteste Hersteller ist allerdings Weck. Bist du auf der Suche nach einem hochwertigen Gerät, musst du nicht zwangsläufig ein Gerät von Weck kaufen. In meinem Ratgeber stelle ich dir eine Auswahl der besten Geräte vor.

Außerdem teste ich regelmäßig neue Geräte und zeige dir, welche Modelle ihr Geld wirklich wert sind.

Welche Lebensmittel lassen sich einmachen?

Die Liste der Lebensmittel, die du einkochen kannst, ist lang. So lassen sich nahezu alle Obstsorten und ein Großteil der Gemüse ohne weiteres einwecken. Auch die Reste von Suppen oder Eintöpfen kannst du schnell und einfach haltbar machen.

Natürlich kannst du auch Fleisch einkochen. Hierbei solltest du jedoch schon etwas Erfahrung mitbringen und dich genau an die Einkochzeiten halten. Bevor du dich also an Fleisch oder eiweißhaltige Gemüse wie Bohnen wagst, solltest du allerdings etwas Erfahrung sammeln.

Etwas exotischer ist beispielsweise das Einkochen von Back- und Teigwaren. Auch Hülsenfrüchte wie Nüsse lassen sich haltbar machen. Zusammenfassend gesagt gibt es nur wenige Lebensmittel, die du nicht haltbar machen kannst. Welche das genau sind, zeige ich dir im folgenden Abschnitt.

Welche Lebensmittel sollte ich nicht einmachen?

Es gibt eine goldene Regel beim Einmachen von Lebensmitteln: niemals Lebensmittel mit Mehl, Milch oder Ei verwenden. Außerdem solltest du bei bereits gekochten Gerichten darauf achten, dass du keine Speise- oder Getreidestärke verwendest – achte einfach darauf, dass du keine Fix-Tüten oder -Päckchen verwendest.

„Beim Einkochen gilt: Finger weg von Lebensmitteln mit Ei, Mehl oder Milch“

Folgende Lebensmittel sind nicht einkochbar

  • Mahlzeiten mit Fix-Tüten und -Päckchen
  • Gerichte, die Mehl aus Mais, Reis, Weizen oder Getreidestärke enthalten
  • Fisch und Meeresfrüchte
  • Lebensmittel mit tierischer Milch
  • Eihaltige Gerichte
  • Fleisch mit Knochen

Allerdings gibt es auch einige Ausnahmen, die diese Regel bestätigen. So darfst du beispielsweise trockene Lebensmittel, die Mehl, Milch oder Ei enthalten, einkochen. Hierzu gehören beispielsweise Kuchen, Brot, Knödel oder Spätzle. Außerdem kannst du auch Lebensmittel einmachen, die Jodsalz, Brühwürfel oder gekörnte Brühe enthalten. Die hier verwendeten Hefen sind totes Hefeextrakt und stellen somit kein Risiko dar.

Willst du beispielsweise eine Kürbissuppe oder Kartoffelpüree einkochen, solltest du keine Milchprodukte verwenden. Stattdessen kannst du diese Zutaten erst beim Verzehr hinzugeben.

So gelingt das Einkochen in wenigen Schritten

Nachdem wir bisher die Grundlagen des Einkochens betrachtet haben, werfen wir nun einen genaueren Blick auf die vergleichsweise einfachen Schritte.

Schritt 1: Das Essen nach einem der zahlreichen Einkochrezepte zubereiten. Hier bitte darauf achten, dass keine der oben genannten, nicht einkochbaren Zutaten verwendet wurde.

Schritt 2: Das fertige Gericht in sterile Gläser abfüllen. Um nichts zu verschütten und die Ränder der Gläser sauber zu behalten, sollte ein Einfülltrichter verwendet werden.

Schritt 3: Die befüllten Gläser in den Einkochautomat oder Einkochtopf geben und entsprechend der vorgegebenen Kochzeit einmachen. Wichtig ist, dass ein Vakuum im Glas entsteht.

Schritt 4: Die Gläser aus dem heißen Wasser nehmen. Hierfür am besten einen Glasheber verwenden, um Verbrennungen zu vermeiden. Nun die Gläser für 24 Stunden abkühlen lassen. Am besten jetzt etikettieren und bis zum Verzehr sicher aufbewahren.
Häufig gestellte Fragen:

Wie funktioniert Einkochen?

Das Einkochen funktioniert recht einfach. Folgende Schritte sind hierfür zu beachten:

  • Schritt 1: Das Essen nach einem der zahlreichen Einkochrezepte zubereiten. Hier bitte darauf achten, dass keine der oben genannten, nicht einkochbaren Zutaten verwendet wurde.
  • Schritt 2: Das fertige Gericht in sterile Gläser abfüllen. Um nichts zu verschütten und die Ränder der Gläser sauber zu behalten, sollte ein Einfülltrichter verwendet werden.
  • Schritt 3: Die befüllten Gläser in den Einkochautomat oder Einkochtopf geben und entsprechend der vorgegebenen Kochzeit einmachen. Wichtig ist, dass ein Vakuum im Glas entsteht.
  • Schritt 4: Die Gläser aus dem heißen Wasser nehmen. Hierfür am besten einen Glasheber verwenden, um Verbrennungen zu vermeiden. Nun die Gläser für 24 Stunden abkühlen lassen. Am besten jetzt etikettieren und bis zum Verzehr sicher aufbewahren.

Kann ich alle Lebensmittel einkochen?

Es ist einfacher, die nicht einkochbaren Lebensmittel aufzuführen. Folgende Zutaten sollten nicht im Gericht enthalten sein:

  • Mahlzeiten mit Fix-Tüten und -Päckchen
  • Gerichte, die Mehl aus Mais, Reis, Weizen oder Getreidestärke enthalten
  • Fisch und Meeresfrüchte
  • Lebensmittel mit tierischer Milch
  • Eihaltige Gerichte
  • Fleisch mit Knochen

Wie lange muss ich meine Gerichte einkochen?

Die Einkochzeiten variieren je nach Zutat. Süßes Obst, Säfte und bereits gegartes Gemüse lässt sich bereits ab 10 Minuten einmachen. Größere Zutaten, rohes Gemüse und Fleisch benötigen dahingegen zwischen 90 und 120 Minuten. Um Botulismus zu unterbinden, sollten die Lebensmittel eine Kerntemperatur von 80 Grad für mindestens 5 Minuten erreichen.

Wie funktioniert das Einmachen mit einem Einkochautomaten?

Das Einmachen im Einkochautomaten funktioniert wie bei einem Einkochtopf. Allerdings unterstützt der Automat bei der Steuerung der Temperatur und der Überwachung der Zeit. Für häufiges Einkochen mit hervorragenden Ergebnissen lohnt sich das Einkochen mit einem Einkochautomat.

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