Meine Anleitung zum Dörren: So trocknest du Lebensmittel als Anfänger

Du willst dein saisonales Obst lange haltbar machen aber nicht unbedingt einkochen? In diesem Artikel gebe ich dir eine umfangreiche Anleitung zum erfolgreichen Dörren von Lebensmitteln.

Denn durch das Trocknen von Lebensmittel kannst du dir schnelle, leckere Snacks zaubern. Gedörrte Lebensmittel sind nicht nur super lecker und gesund. Das Dörren hat eine lange Tradition – immerhin handelt es sich um die erste Methode zum Haltbarmachen von Lebensmitteln.

Gerade für Anfänger ergeben sich einige Fragen, welche ich dir im Laufe dieses Artikels erkläre.

Wie funktioniert Dörren eigentlich?

Im Grunde haben bereits unsere Vorfahren gezeigt, dass Lebensmittel einfach haltbar gemacht werden können.

Hierbei wird den Lebensmitteln einfach Feuchtigkeit entzogen. Durch das Trocknen an der Luft, im Ofen oder im Dörrautomat ist dies ohne Probleme möglich.

Durch das Dörren sorgst du dafür, dass so viel Feuchtigkeit entweicht, dass Bakterien, Keime und Sporen keine Angriffsfläche haben. Außerdem bietet das Dörren einen tollen Vorteil.

Durch den Trocknungsprozess verlieren die Lebensmittel nämlich weder Vitamine noch Mineralien. Folglich nimmst du diese in konzentrierter Form auf. Allerdings steigt bei gleichem Konsum in Gramm die Energie, die du so aufnimmst.

Folgende Vorteile bietet dir das Dörren:

  • Lange Haltbarkeit der Lebensmittel
  •  Du kannst deine saisonalen Lebensmittel auch außerhalb der Saison genießen
  • Deine Lebensmittel haben einen hohen Vitamin- und Nährstoffgehalt
  •  Einfache Lagerung in einem Bügelglas oder einer Frischhaltebox
  •  Mit Dörren kannst du leicht gesunde Snacks herstellen

Welche Lebensmittel kann ich eigentlich dörren?

Im Grunde kannst du fast alle Lebensmittel dörren. Egal ob Obst, Gemüse, Kräuter, Fleisch oder Nüsse, alles lässt sich perfekt trocknen und in Zukunft verwenden.

Bitte beachte allerdings, dass es auch Lebensmittel gibt, die sich nicht zum Dörren eignen. Eines dieser Lebensmittel ist Schnittlauch – dieser verliert nämlich beim Dörren seinen Geschmack.

Außerdem gibt es Lebensmittel, die du aufgrund ihrer Konsistenz nur schwer dörren kannst. Dies gilt etwa für Milch. In der Industrie ist das Trocknen von Milch unter optimalen Bedingungen möglich – in der Praxis solltest du das einfach lassen.

Auch das Dörren von Käse ist eher nicht möglich. Durch den hohen Fettgehalt wird der Dörrvorgang besonders schwierig. Gleiches gilt auch für Avocados. Allerdings  kenne ich auch niemanden, der gedörrte Avocado essen möchte.

Was brauche ich zum erfolgreichen Dörren?

Wenn du mit dem Dörren beginnen möchtest, brauchst du gar nicht mal so viel Ausstattung. Im Grunde reichen folgende Hilfsmittel:

  • Verschließbare Behälter: Am besten verwendest du luftdicht verschließbare Behälter. So stellst du sicher, dass deine gedörrten Lebensmittel keine Feuchtigkeit ziehen.
  • Klebeetiketten: Mit diesen kannst du deine Behälter beschriften und das Herstellungsdatum vermerken.
  • Dörrautomat: Einige Lebensmittel wie Pilze lassen sich hervorragend an der frischen Luft trocknen. Andere Lebensmittel musst du im Backofen oder noch besser im Dörrautomat trocknen. In meinem Dörrgeräte Vergleich zeige ich dir die besten Modelle im Test.
Cosori Dörrautomat
Cosori Dörrautomat
Hochwertige Verarbeitung in Edelstahl
Umfangreiches Zubehör
Beliebtetes Modell am Markt
Mein persönlicher Testsieger
Ab 169,99 bei

Schritt für Schritt Dörren: Meine Dörranleitung

Nun will ich dir zeigen, wie auch du erfolgreich deine ersten Lebensmittel dörren kannst. Dies ist eine recht allgemeine Anleitung.

1. Vorbereitung: Der erste Schritt meiner Dörranleitung

  • Auswahl der Lebensmittel: Verwende nur frische, unbeschädigte und reife Lebensmittel. Unreifes Obst und Gemüse solltest du vermeiden.
  • Schälen: Wenn du möchtest, kannst du deine Lebensmittel schälen. Ungeschältes Obst braucht länger.
  • Blanchieren: Wenn du Gemüse dörrst, kannst du dieses vorher blanchieren. So reduzierst du die Trocknungszeit.
  • Schneiden: Nun musst du deine Lebensmittel schneiden. Achte darauf, dass alles ungefähr gleich groß und dick ist. Nur so werden deine Lebensmittel gleichmäßig fertig. Willst du Chips, dann musst du deine Lebensmittel sehr dünn schneiden.
  • Kräuter: Hier zupfst du die Blätter ab. Verstaue diese am besten auf einem Backpapier oder einer rutschfesten Dörrfolie.
  • Zitronenbad: Du kannst auch deine Lebensmittel in Wasser mit Zitronensaft baden. So vermeidest du braunes Obst. Gebe auf 10 Teile Wasser 1 Teil Zitronensaft
Apfel Dörren Vorbereitung
Anleitung zum Dörren: Apfel in Scheiben schneiden und auf der Dörrebene verteilen

2. Dörrmethode wählen

Im zweiten Schritt meiner Anleitung zum erfolgreichen Dörren musst du dich für eine passende Methode entscheiden.

Grundsätzlich stehen dir 3 unterschiedliche Ansätze zur Auswahl:

  • Trocknen an der Luft
  • Dörren im Backofen
  • Trocknen mit einem Dörrgerät

Im Folgenden gehe ich kurz auf die Schritte für die jeweilige Methode ein.

Das Lufttrocknen

  • Verwende ein Trockensieb oder ziehe deine Lebensmittel an einer Schnurr auf. Beachte, dass der Dörrraum über eine gute Luftzirkulation verfügt. Einige Lebensmittel kannst du auch auf einem Ofenrost über einem Heizkörper dörren.
  • Das Lufttrocknen ist besonders schonend für deine Lebensmittel. Hier gehen kaum Vitamine und Mineralien verloren.
  • Es besteht Schimmelgefahr, wenn die Luft zu feucht ist. Das Lufttrocknen ist erfahrungsgemäß der Ansatz mit der geringsten Erfolgschance.

Insgesamt eignet sich das Dörren an der Luft aus meiner Sicht nur für wenige Lebensmittel. Ich persönlich dörre beispielsweise Pilze bei schönem Wetter in der Sonne. Für andere Lebensmittel verwende ich lieber meinen Dörrautomaten.

Dörren im Backofen

Wie das Dörren im Backofen funktioniert, habe ich dir in einem separaten Artikel ausführlich erklärt. Aus diesem Grund will ich die wichtigsten Informationen hier zusammenfassen:

  • Lege die Lebensmittel auf den Backblechen aus. Verwende unbedingt Backpapier. Am besten eignet sich spezielles, wiederverwendbares Backpapier zum Dörren.
Dörrfolie mit Antihaftbeschichtung
Antihaftfolie für den Dörrautomat
Erhältlich ab 19,99 €
  • Wähle die Umluft-Funktion deines Backofens. Prüfe zudem, ob dein Backofen auch Temperaturen von maximal 40 Grad unterstützt.
  • Platziere alle Backbleche im Backofen – du kannst hier natürlich alle Schienen verwenden.
  • Bei vielen Backöfen kannst du Lebensmittel nicht in Rohkostqualität dörren, da diese bei 50 Grad starten. Hier gehen bereits Vitamine und Enzyme verloren.

Dörren im Dörrautomat

Schlussendlich werfen wir einen Blick auf meine bevorzugte Methode zum Dörren. Mit einem Dörrgerät wirst du die perfekten Ergebnisse erzielen.

  • Platziere die Lebensmittel auf den Dörrflächen. Je nach Modell handelt es sich um Roste oder Etagen.
  • In einem Dörrautomat wirst du eine perfekte Luftverteilung erreichen. Dein Dörrgut wird gleichmäßig entwässert.
  • Beachte an dieser Stelle, dass ein Dörrgerät nur sinnvoll ist, wenn du häufiger Lebensmittel dörrst.
  • Platziere möglichst identische Lebensmittel auf den unterschiedlichen Ebenen. Sollte ein Lebensmittel früher fertig sein, kannst du dieses einfach herausnehmen.
Apfel dörren
Leckere Äpfel als Snack und Tee dörren

Wie lange muss ich meine Lebensmittel dörren?

Das hängt maßgeblich von deinen Lebensmitteln, deren Dicke und deiner gewählten Temperatur ab.

Grundsätzlich kannst du dir merken: Je niedriger die Temperatur, desto länger musst du die Lebensmittel dörren. Allerdings bleiben bei niedriger Temperatur mehr Nährstoffe und Vitamine erhalten.

Außerdem trocknen dünnere Lebensmittel weniger lange. Dementsprechend solltest du deine Lebensmittel möglichst dünn schneiden. So stellst du sicher, dass du schnell zu den perfekten Ergebnissen kommst.

Willst du die perfekten gedörrten Lebensmittel haben, dann solltest du nach Rohkostrichtlinien dörren. Das heißt, dass du maximal bei 40 Grad trocknest. Mehr über das Dörren nach Rohkostrichtlinien zeige ich dir im verlinkten Beitrag.

Willst du eine grobe Richtlinie zu den richtigen Dörrzeiten haben, dann wirf einen Blick auf meine Dörrzeiten-Tabelle.

Die richtige Lagerung von gedörrten Lebensmitteln

Vorab sei gesagt, dass du dich unbedingt mit der richtigen Lagerung deiner gedörrten Lebensmittel auseinandersetzen solltest. Nur bei der richtigen Lagerung sind deine Lebensmittel auch lange haltbar.

Grundsätzlich solltest du vermieden, dass deine Lebensmittel Feuchtigkeit aufnehmen können. Lagere sie deshalb in einem luftdicht verschlossenen Behälter.

Am bester gelingt dir das in einem Vakuum. Hierfür brauchst du eine Vakuumiermaschine. Alternativ kannst du aber auch gute Frischhalteboxen verwenden. Ich persönlich lagere meine Dörrgüter gerne in Bügelgläsern, welche ich mit einem Gummiring abdichte.

Achte nur darauf, dass du keine Metallgefäße verwendest. Insbesondere Aluminium sorgt dafür, dass die Säure in gelagerten Obst reagiert. So gelangen schädliche Stoffe in dein Essen.

Nun musst du die Lebensmittel noch an einem trockenen und dunklen Ort lagern. Optimal ist ein Keller oder eine Speisekammer. Vermeide eine Lagerung neben der Spüle.

Dörren für Anfänger: Gucke ob dir das Dörren zusagt

Im letzten Schritt meiner Anleitung zum Dörren möchte ich dich noch über mögliche Käufe aufklären. Bevor du Geld in ein Dörrgerät investierst, solltest du erstmal im Backofen dörren und schauen, ob dir das Dörren überhaupt Spaß macht.

Ich kenne es nur zu gut, dass ich voller Euphorie neue Sachen kaufe und anschließend feststelle, dass ich mich doch nicht dafür begeistern kann.

Dörren ist aus meiner Sicht schon spaßig – wenn du selbst Lebensmittel anbaust, macht es umso mehr Spaß. Außerdem kannst du dir deine eigene Brühe dörren, welche du auch gut zum Einkochen verwenden kannst.

Ich mag auch einfach gesunde Snacks für zwischendurch. So habe ich auch in den kalten Jahreszeiten genügend Vitamine und esse nicht so viele ungesunde, hoch verarbeitete Lebensmittel.

Vermeide am besten die gröbsten Fehler beim Dörren. So stellst du sicher, dass du die perfekten Dörrergebnisse erzielst.

 

Schreibe einen Kommentar