So funktioniert das Einkochen mit dem Pressure Canner

In diesem Blogbeitrag möchte ich dir das Einkochen im Pressure Canner oder Schnellkochtopf vorstellen. Wenn du gerne Fleisch, Fisch oder Gemüse einkochen möchtest, dann bist du hier genau richtig. Im Grunde eignet sich ein Pressure Canner für alle Gerichte, die einen höheren pH-Wert als 4,6 haben. Doch warum eignet sich ein Pressure Canner für diese Aufgaben besonders gut und wo liegen die Unterschiede zu einem konventionellen Einkochautomat? Ich gebe dir die Antwort auf diese Frage und zeige dir, wie auch du erfolgreich mit einem Pressure Canner leckere Gerichte haltbar machst.

Was ist eigentlich Pressure Canning?

Unter „Pressure Canning“ versteht man das Einkochen unter Druck. Das amerikanische Landwirtschaftsministerium sieht im Pressure Canning die einzig sichere Methode, um säurehaltige Lebensmittel wie Fleisch, Fisch und eiweißhaltige Gemüse haltbar zu machen. Wer jetzt denkt, dass das Pressure Canning ein amerikanischer Trend ist, den muss ich leider enttäuschen. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung schreibt:

„Mit der Anwesenheit von Clostridium botulinum muss in Lebensmitteln immer gerechnet werden. Nur wenige Verfahren zur Haltbarmachung von Lebensmitteln verhindern die Vermehrung von Clostridium botulinum und damit die Toxinbildung. Hierzu gehört die Serilisation, bei der Lebensmittel unter Überdruck auf über 100 °C erhitzt werden.“ – Verbraucher Schutzstelle Niedersachsen

Genau hier spielt das Pressure Canning seine Stärken aus, denn bei diesem Verfahren sorgt ein Überdruck in einem Schnellkochtopf für Temperaturen von bis zu 120 °C.  Im direkten Vergleich dazu erreicht das Wasser beim konventionellen Einkochen nur eine Temperatur von 100 °C. Allerdings ist ein entsprechender Pressure Canner kein konventioneller Einkochtopf – die Unterschiede erkläre ich dir aber später.

Im Grunde gibt es die Pressure Canner in einer automatischen Variante sowie in einer einfachen Ausführung für den Herd. Besonders bekannt sind etwa die amerikanischen Modelle der Marken Presto und All American. Müsste ich mich zwischen den Modellen entscheiden, dann fiele meine Wahl auf ein Modell der Marke Presto. Neben dem günstigeren Preis liegt das nicht zuletzt daran, dass man die Modelle noch mit einem Ceranfeld verwenden kann.

Fakten zum Pressure Canner

  • Material: Pressure Canner bestehen aus Aluminium, um den hohen Druck im Innern auszugleichen
  • Herdplatten: Moderne Induktionsplatten funktionieren nicht mit Pressure Cannern. Aufgrund des Gewichts und der Größe empfehle ich die Verwendung einer Gaskochstelle
  • Volumen: Es gibt Modelle in verschiedenen Größen. Die kleinsten Modelle haben 6 Quart (ca. 6 Liter) während große Modelle bis zu 41 Quart (ca. 23 Liter) fassen
  • Bestandteile: Neben einer Druckanzeige besitzt ein Pressure Canner ein Überdruckventil und ein Sicherheitsventil

Was kostet ein Pressure Canner?

Möchtest du einen Pressure Canner in Deutschland kaufen, dann muss ich dich jetzt enttäuschen. Aber über Amazon kannst du auch einfach auf dem US-Markt einkaufen. Im Folgenden möchte ich dir zeigen, wie viel du für einen originalen Pressure Canner aus den USA bezahlst.

Pressure Canner

Verdeutlichen möchte ich dir die Rechnung am Presto 8-Quart. Dieser kostet bei Amazon 99,99 US-Dollar. Zusätzlich fallen Liefergebühren in Höhe von 63,66 US-Dollar für den Versand nach Deutschland an. Bei einem aktuellen Wechselkurs von 1,18 US-Dollar pro Euro kostet der Pressure Cooker allein 84,74 Euro. Für den Versand fallen 53,95 Euro an. Zusätzlich musst du für den Import aus den Vereinigten Staaten Zoll bezahlen. Hier fallen weitere 16 % Mehrwertsteuer, also 14,56 Euro,  bis zum Ende des Jahres 2020 an. Somit kostet dich ein echter Pressure Canner aus den USA rund 153,25 Euro.

Vergleichst du dies allerdings mit den Preisen, die auf Amazon.de, Amazon.co.uk oder eBay aufgerufen werden, dann ist das vergleichsweise günstig. Ich kann dir wirklich nur empfehlen, deinen Pressure Canner direkt aus den USA zu beziehen. Beim Kauf über Amazon profitierst du außerdem vom hervorragenden Kundenservice. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass auch eine Retoure ins Ausland kein Problem darstellt. Bisher hat mir hier auch der deutsche Kundensupport stets weitergeholfen.

Wie funktioniert das Einkochen im Pressure Canner?

Nachdem du nun weißt, was ein Pressure Canner ist, möchte ich dir zeigen, wie du mit einem Pressure Canner Lebensmittel haltbar machen kannst. Grundsätzlich eignet sich ein Pressure Canner sehr gut zum Haltbarmachen eiweißhaltiger Lebensmittel wie Fisch, Fleisch oder Gemüse. Bei diesen Lebensmitteln brauchst du Temperaturen von mehr als 100 °C. Allerdings kannst du auch mit einem Einkochautomaten wirklich gute Ergebnisse erzielen, wenn du dich an die Einkochzeiten hältst. Um die perfekten Ergebnisse mit einem Pressure Canner zu erzielen, kannst du dich an der folgenden Anleitung orientieren.

So kochst du mit einem Pressure Canner ein – die große Anleitung

1. Einkochgut nach Rezept vorbereiten

Im ersten Schritt musst du das Einkochgut vorbereiten. Achte darauf, dass du keine mehl- und milchhaltigen Lebensmittel verwendest. Außerdem solltest du stets sauber arbeiten und bei den Produkten auf eine hohe Qualität achten.

2. Gläser vorbereiten

Jetzt kannst du deine Einkochgläser vorbereiten. Natürlich kannst du diese Schritte parallel zur Vorbereitung der Lebensmittel durchführen. Achte allerdings darauf, dass du stets bei der Sache bist – zerkochte Lebensmittel sind ärgerlich.

2.1 Richtigen Einmachgläser auswählen

Achte darauf, dass du passende Einmachgläser verwendest. Diese sollten die passende Größe haben und keine sichtbaren Verarbeitungsfehler. Ich verwende ausschließlich Einweckgläser der Firma WECK. Hier kann ich einfach prüfen, ob sich ein Vakuum gebildet hat. Du kannst auch Twist-Off-Gläser verwenden, ich persönlich bevorzuge jedoch richtige Einweckgläser mit Gummi, Deckel und Klammern. Mit dem Deckeltest kannst du einfach prüfen, ob dein Einkochgut sicher verschlossen ist.

2.2 Gläser reinigen

Jetzt kommt einer der wohl unterschätztesten Schritte beim Einkochen, dass Sterilisieren der Gläser. Bitte mach dir bewusst, dass sich nur keimfreie Einmachgläser zum Einwecken eignen. Achtest du nicht auf Sauberkeit, können sich Bakterien und Keime in deinen Gläsern befinden – im Ergebnis verderben deine Lebensmittel.

Das Reinigen macht jeder anders. Ich persönlich koche die Gläser für 15 Minuten in siedenden Wasser, um die Keime abzutöten. Jedoch kannst du die Gläser auch auf einem Kochprogramm im Geschirrspüler reinigen.

Alternativ hast du auch die Möglichkeit, die Gläser in den Backofen zu stellen und für 10 Minuten bei mindestens 140 °C zu sterilisieren. Hier kannst du die Gläser auch einfach bis zum Befüllen im Backofen aufbewahren und somit die notwendige Temperatur halten. Im Anschluss solltest du auch darauf achten, dass die Gläser steril bleiben. Schmutziges Kochgeschirr ist ein Tabu! Die Deckel und die Gummis kannst du einfach für einige Minuten in kochendes Wasser geben – ich verwende hierfür einen kleinen Kochtopf. Bitte verwende bei den Gummidichtungen kein Essig, ansonsten nutzen sich die Gummis sehr schnell ab.

2.3 Gläser befüllen und verschließen

Nun kannst du dein Einkochgut in deine Weckgläser geben. Achte unbedingt darauf, dass der Rand sauber ist, wenn du den Deckel aufsetzt. Am besten wischst du vorher mit einem Küchentuch über die Ränder, um Schmutz zu entfernen. Ich kann dir hier wirklich einen Einfülltrichter empfehlen. Außerdem darfst du die Gläser für ein perfektes Ergebnis nicht zu voll machen. Lasse am besten 2 bis 3 cm Platz, um genügend Platz zum Entweichen der heißen Luft zu haben.

Sind die Gläser voll, kannst du die Gummidichtungen auf die Deckel legen. Bitte beeile dich beim Verschließen der Gläser, um Keime fernzuhalten. Den Deckel mitsamt der Gummidichtung kannst du direkt auf das Weckglas geben. Nun müssen nur noch die Verschlussklammern befestigt werden – achte darauf, dass sich diese gegenüberliegen.

Das einfache Einkochen mit dem Pressure Canner

Die Gläser sind vorbereitet und fertig für den Pressure Canner. Nun gilt es nur noch, den Pressure Canner vorzubereiten. Am besten achtest du gleich zu Beginn darauf, dass du das Bodengitter einlegst. So kommen die Gläser nicht in direkten Kontakt mit dem Boden und laufen nicht Gefahr zu platzen.

3.1 Pressure Canner auf das Einkochen vorbereiten

Nun solltest du ausreichend heißes Wasser in den Pressure Canner geben. Die Gläser sollten mindestens zu ¾ bedeckt sein. Außerdem kannst du etwas Essig in das Wasser geben – ich mache das immer, um Kalkablagerungen auf den Gläsern und im Inneren des Einkochers zu vermeiden. Stelle deine verschlossenen Gläser nun in den Pressure Canner und verschließe den Deckel.

3.2 Das richtige Einkochen unter Druck

Jetzt muss der Pressure Canner die passende Temperatur erreichen. Hierfür muss der Topf einfach ausreichend lange erhitzt werden. Ab einem gewissen Zeitpunkt strömt heißer Wasserdampf aus dem Überdruckventil. Halte diesen Zustand für mindestens 10 weitere Minuten bei. Du kannst jetzt auch die Kochstufe deines Herds reduzieren, solltest aber dafür sorgen, dass weiterhin Wasserdampf entweicht.

Im Anschluss wird das Gewicht auf das Ventil gesetzt und die Kochstufe erhöht. Der Pressure Canner ist jetzt verschlossen und die Luft kann nicht mehr entweichen. Folglich steigt der Druck im Inneren des Pressure Canner und somit auch die Temperatur. Bitte achte jetzt darauf, dass du den passenden Druck für dein Rezept erreichst. Durch das Anpassen der Temperaturregler kannst du hier gut Steuern. Du musst allerdings dafür sorgen, dass der Druck nicht unter das geforderte Minimum abfällt. Sobald du alles richtig eingestellt hast, beginnt deine Einkochzeit. Nach dem Ablauf der Zeit unbedingt die Herdplatte ausschalten, den Pressure Canner von der heißen Platte nehmen und einige Zeit warten. Lasse unbedingt den Pressure Canner abkühlen – ein Öffnen vor dem kompletten Druckabfall ist gefährlich!

4. Warten und lagern

Wir sind fertig mit dem Einkochen. Du musst jetzt die Gläser aus dem heißen Wasser nehmen. Am besten verwendest du hierfür einen Glasheber, um dich nicht zu verletzen. Stell die Gläser am besten auf ein Brett, welches du mit einem Handtuch abdeckst. So vermeidest du, dass die Gläser aufgrund des Temperaturunterschieds platzen.

Lasse die Klammern unbedingt für die nächsten Stunden an den Gläsern. Jetzt kommt der wichtigste Teil, denn erst beim Erkalten bildet sich das wichtige Vakuum. Dementsprechend muss der Druck auf den Gläsern unbedingt beibehalten werden. Ich lasse meine eingekochten Gläser immer für 24 Stunden stehen und hatte dabei nie Probleme.

Jetzt kannst du die Klammern vom Deckel lösen und  den Deckeltest machen. Hebe das Glas einfach am Deckel an. Bleibt alles verschlossen, hat sich ein Vakuum gebildet. Ist dies nicht der Fall, hast du lediglich den Deckel in der Hand.

Nun kannst du deine Einkochergebnisse in einem Schrank lagern. Ich beschrifte meine Gläser vorher immer mit einem passenden Etikett oder mit einem Stift. Schreibe unbedingt auf, wann du deine Lebensmittel eingekocht hast. Achte nur darauf, dass der Raum, in welchem du die Gläser lagern willst, kühl und dunkel ist. Natürlich kannst du auch einen normalen Raum zum Lagern verwenden. Allerdings können deine Lebensmittel so an Farbe verlieren oder schneller verderben.

2 Gedanken zu „So funktioniert das Einkochen mit dem Pressure Canner“

  1. Hallo,
    Danke zuerst für diesen Informativen Artikel.
    Ich frage mich allerdinGs warum die Gläser im Vorfeld bei 100 grad sterilisiert werden sollen, wenn sie danN Für mind. 30 Minuten bei 120 Grad im Pressure Canner sind.
    Das sollte doch alle KeiMe töten. DAs ist doch der SiNn am Einkochen.

    Andreas

    Antworten
    • Hallo Andreas,

      das Sterilisieren dient dazu, die bereits bestehenden Keime abzutöten. Natürlich ist die Chance hoch, dass man mit dem Einkochen alle Keime abtötet, doch ein gewisses Restrisiko besteht weiterhin.

      Viele Grüße
      Cindy

      Antworten

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